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Aktion 4: Projektbeispiele 2008


Niemals vergessen – Ein Hörmahnmal

Projektträger: Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg
Aktionsbereich: Aktion 4

Kurzbeschreibung:
Das Projekt „Niemals Vergessen – Ein Hörmahnmal“ wurde von der Radiofabrik Salzburg und Radio Corax in Halle/Saale in Zusammenarbeit mit informellen Partnern durchgeführt. Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist eine Klanginstallation (Hörmahnmal), die von Zoltan Pap künstlerisch gestaltet wurde, eine Audioinstallation beinhaltet und am Schwarzgrabenweg in Salzburg aufgestellt wurde. Für die Audioinstallation wurde die bereits mit dem Eduard-Ploier-Preis für Erwachsenenbildung ausgezeichnete Radiosendung „Das „Zigeunerlager“ Maxglan – Vorhof zur Hölle“ verwendet, die in Zusammenarbeit mit SchülerInnen realisiert wurde.

In Salzburg wurden ab dem Jahre 1939 durchziehende „Zigeuner“ auf einem schon bestehenden Sammelplatz zusammengefasst. 1940 wurden diese Roma und Sinti in die Ställe der Rennbahn in Salzburg-Aigen einquartiert. Gleichzeitig mussten sie an der Errichtung eines größeren und besser eingezäunten Lagers in Leopoldskron-Moos arbeiten. Dieses wurde KZ-ähnlich geführt, ca. 300 Eingesperrte wurden zu Zwangsarbeit genötigt. Ende März/Anfang April 1943 erfolgte die Räumung des Lagers, der Großteil der InsassInnen wurde nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Ein kleinerer Teil kam in das Sammellager Lackenbach, einer Durchgangsstation der nationalsozialistischen Vernichtungs-Maschinerie. Die Namen von 230 der vom Lager Maxglan aus deportieren Roma und Sinti konnte der Salzburger Historiker Gert Kerschbaumer ermitteln.

Das Hörmahnmal erinnert an genau diese Menschen und gibt ihnen ihre Namen zurück, denn die SchülerInnen verlesen die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Roma und Sinti, die im Sammellager Maxglan der nationalsozialistischen Maschinerie zum Opfer fielen. Des Weiteren entstanden im Rahmen des Projektes 23 Audioproduktionen, die zum Anhören oder Downloaden auf www.hoermahnmal.eu (http://www.hoermahnmal.eu/) zur Verfügung stehen.

Laufzeit:
2008-2009
Fördersumme:
55.000 Euro
Web:
http://www.hoermahnmal.eu
 

Vergessene Opfer

Projektträger: Dokumentationsstelle Hartheim / Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Aktionsbereich: Aktion 4

Kurzbeschreibung:
Tausende Menschen aus dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik – Deutsche, Tschechen und auch Juden – wurden in den Tötungsanstalten Hartheim (Oberösterreich) und Pirna-Sonnenstein (Sachsen) ermordet oder sie kamen im Zuge der „Kindereuthanasie“ und der so genannten „dezentralen Euthanasie“ in verschiedenen psychiatrischen Kliniken bei medizinischen Versuchen, durch Medikamente, Hunger, Vernachlässigung etc. ums Leben.

Aus verschiedenen Gründen sind diese Ereignisse bislang kaum im öffentlichen Bewusstsein präsent und spielten auch in der historischen Forschung lange Zeit nur eine marginale Rolle. Eine Wanderausstellung bringt nun die Ergebnisse der von den Projektpartnern in den letzten Jahren durchgeführten Forschungen einer breiteren Öffentlichkeit in Tschechien, Österreich und Deutschland näher und bietet einen Überblick über die NS-Euthanasieverbrechen sowie einzelne Biografien von Opfern.

Mobile und leicht aufzustellende Schautafeln wurden an Schulen, Gedenkstätten, Krankenhäusern/Kliniken, Museen, Volkshochschulen und Universitäten in den drei Nachbarländern gezeigt. Nicht zuletzt sollten dadurch junge Menschen angesprochen und gegenüber dieser Thematik sensibilisiert werden, die aufgrund gegenwärtiger Entwicklungen und Debatten in der Medizin und der damit verbundenen ethischen Fragestellungen auch einen aktuellen Bezugspunkt hat. Das Thema der Ausstellung spricht auch das Zusammenleben bzw. das Verhältnis der europäischen Völker zueinander an, das sich in der jüngeren Vergangenheit gerade bei Deutschen, Tschechen und Österreichern sehr schwierig gestaltete.

Laufzeit: 2008-2009
Fördersumme: 12.000 Euro
Web: http://www.schloss-hartheim.at
 

Kinder der Täter. Kinder der Opfer.

Projektträger: Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft (WKKG)
Aktionsbereich: Aktion 4

Kurzbeschreibung:
Das Projekt „Kinder der Täter. Kinder der Opfer“ ist ein internationaler Beitrag zur europäischen Erinnerungsarbeit und umfasst zwei Teile, einen Dokumentationsfilm und eine Diskursreihe.

Im Zentrum des Dokumentationsfilms stehen eine Vater-Sohn-Geschichte und Ausschnitte einer Konfrontation des Sohnes mit Opfern und Kindern der Opfer, die im Sommer 2007 in Lodz stattgefunden hat. Der Vater war NSDAP-Reichsredner und Oberbürgermeister von Lodz ("Litzmannstadt"), dem als städtische Behörde die Verwaltung des dortigen Ghettos unterstand. Seine unmittelbare Mittäterschaft am Leiden und Sterben Tausender Jüdinnen und Juden bis in die Vernichtungslager (Chelmno/Kulmhof, Auschwitz) wird weltweit in vielen Archiven, Museen und Zeitgeschichtlichen Instituten nachgewiesen. Der Sohn, ehemals im Verlagswesen tätig, erzählt seine Geschichte entlang der Erinnerungsbögen aus Fotos, Gebäuden, Relikten. Schwerpunkt der Dokumentation ist die Konfrontation als Kind eines Täters mit Opfern und mit den Kindern von Opfern und der Diskurs, der im Zusammentreffen entsteht.

Dieser Dokumentationsfilm soll die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von Erinnerungsarbeit berühren. Der Film soll Fragen aufwerfen, Stereotype und Tabus freilegen, einen Täter-Opfer-Diskurs im Sinne einer Gedächtnisarbeit initiieren. Die Präsentation des Dokumentationsfilms im Rahmen von Symposien (u.a. Wien) ist der Beginn eines europaweiten Diskurses, der bisher zum Thema zweifelsfrei noch unzureichend erfolgt ist.

Laufzeit: 2008-2009
Fördersumme: 30.000 Euro
Web: http://www.wiener-krakauer.at

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